Hintergrund

Der Herr der Bestien, in den Schriften als Varriskal bezeichnet, gehört zu jenen fünf Gottheiten, die sich dem Bann Kaleshs entzogen und damit in der Zeit der Einkerkerung frei blieben. Sein Handeln in dieser Epoche war jedoch keineswegs neutral, denn im Auftrag Kaleshs beteiligte er sich an der Ermordung des Sturmgottes Worom’bur. Gemeinsam mit seinem Protegé, dem Werwolf Uthgar Schwarzkralle zu Wolfsbergen, vollzog er diesen Akt, dernach denÜberlieferungen sowohl als Verrat wie auch als Ausdruck des urtümlichenMachtprinzips interpretiert werden kann, welches Varriskal verkörpert.

Die mythologische Rolle dieses Gottes ist eng mit seinem Bruder Keldruss, dem Naturgott, verknüpft. Beide stehen in einem unaufhörlichen Kreislauf von Konkurrenz und Auseinandersetzung, der in den Quellen als Spiegelung der Naturgesetze selbst beschrieben wird. Während Keldruss für das Gleichgewicht und die Bewahrung der natürlichen Ordnung eintritt, repräsentiert Varriskal die wilde Dynamik des Überlebenskampfes, in dem Stärke und Anpassung den einzigen Maßstab darstellen. Dieser Gegensatz formt eine dialektische Beziehung, die sowohl den theologischen Diskurs als auch die Kultpraxis prägt. Als chaotisch neutraler Gott gilt Varriskal als Verkörperung des Gesetzes der Wildnis: Das Schwache muss vergehen, damit das Starke besteht. Dieses Prinzip, das von seinen Anhängern als heilig angesehen wird, findet Ausdruck in der Verehrung durch Jäger, Lykantrophen und verschiedenste Bestien. Anbetung erfolgt dabei nicht in der Form geordneter Rituale, sondern durch den Vollzug von Jagd, Kampf und dem Ausleben der animalischen Essenz. Die geografische Verbreitung seines Kultes konzentriert sich insbesondere auf die Forghatsümpfe, ein Gebiet, das durch seine rauen Bedingungen den Überlebenskampf sichtbar verkörpert, sowie auf das Schweigende Eiland. Dort entfaltet sich der Glaube an Varriskal als ein Kult des Instinkts, der die Grenze zwischen Mensch und Tier verwischt und die Anhänger in einen Zustand existenzieller Prüfung versetzt. Varriskals Gestalt steht damit für eine Theologie des Konflikts und der Selektion, deren zentrale Botschaft lautet, dass die Wildnis selbst das Richteramt über Leben und Tod ausübt. Seine Präsenz im Pantheon verdeutlicht die Unumgänglichkeit von Gewalt und Transformation als Bestandteile des kosmischen Gefüges.

Dogma

Das Dogma des Varriskal ist simpel: Das Schwache muss zugrunde gehen, damit das Starke überlebt. Das ganze Leben besteht aus der Jagd. Im Kampf des Jägers gegen seine Beute offenbart sich die Bestimmung wer überlebt und wer stirbt. Die Wildheit wird immer über die Vernunft und Vorsicht siegen. Sei ohne Furcht, wenn du auf der Jagd bist. Töte nie auf die Entfernung, töte all jene die versuchen die Natur zurückzudrängen, aber töte nie die Jungen, die Schwangeren oder die Brut, damit die Beute immer zahlreich bleibt.